Das NW-Gesundheitsprogramm „Lauf geht’s“ startete wegen Corona mit zweimonatiger Verspätung im Mai. Dafür gaben die Teilnehmer bei der Meilensteinkontrolle in Form eines Zehn-Kilometer-Laufs umso mehr Gas.

„Die Vorfreude ist da, ich bin gut vorbereitet“, sagte Frauke Heise-Dippe vor dem Start des Zehn-Kilometer-Laufs am Sonntag an der Radrennbahn in Bielefeld. Nicht nur die 59-Jährige hatte vor dem Start ein Lächeln auf dem Gesicht. In Bielefeld, Gütersloh und Herford fanden jeweils rund 35 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zusammen, um die Meilensteinkontrolle von „Lauf geht’s!“, dem Gesundheitsprogramm der NW und der Krankenkasse VIACTIV, zu meistern. Ursprünglich sollten die Teilnehmer aller Standorte gemeinsam am Sudbrack-Lauf im Juli teilnehmen. Dieser fiel wegen der Corona-Pandemie aus.

Hart gearbeitet

Vor dem Lauf am Sonntag, der auf dem Weg zum Ziel “Halbmarathon” (21,1 Kilometer) als wichtige Zwischenstation gilt, war die Laune bei Trainern und Teilnehmern gut. Die morgendlichen Sonnenstrahlen und Temperaturen von etwas mehr als 20 Grad taten ihr Übriges dazu. In ihren strahlend weißen „Lauf geht’s!“-Shirts, teilweise vorbildlich mit einem Trinkgürtel um die Hüften ausgestattet, fanden die Teilnehmer zusammen. Mit gebotenem Abstand wärmten die Trainer ihre Schützlinge auf, die für die obligatorischen “Beweis-Fotos” für Freunde und Familie stolz in die Kamera lächelten. Stolz seien die Teilnehmer zurecht auf sich, sagte Projektleiter Stefan Gärtner vor dem Start. Auch Ingmar Lundström, Headcoach in Gütersloh, hatte bei der Meilensteinkontrolle am Leichtathletikzentrum Nord lobende Wort für seine Schützlinge parat. „Laufen ist nicht immer einfach und viele kommen ja sozusagen von null und haben sich das hart erarbeitet.“ Begleitet von Musik aus der Box und versorgt mit Getränken wurden die Teilnehmer auf die jeweiligen Strecken geschickt. Die Teilnehmer feuerten sich gegenseitig an – bis sie die Rundkurse mehrmals gelaufen waren und die zehn Kilometer “voll “hatten.

Durch die wöchentlichen Lauftreffen, die aufgrund der Corona-Pandemie von Mitte März auf Ende Mai verschoben worden waren, waren alle gut vorbereitet. Trotz einiger Corona bedingter Einschränkungen, sei die Motivation bei den Treffen stets hoch gewesen, sagt Steffi Schmidt, Headcoach für den Standort Bielefeld. „Die Gruppe motiviert dann schon, auch weiterzumachen“, sagte etwa der 41-Jährige Andreas Grau nach dem 10-Kilometer-Lauf in Bielefeld, den er mit Bravour als Zweiter abschloss. Fabrice Dierks, 29, aus Bielefeld lief noch vor ihm über die Ziellinie.

Gemeinschaftsgefühl

Ob nun in weniger als einer Stunde oder deutlich darüber – die Zeit stand für die meisten Teilnehmer nicht im Vordergrund an diesem Sonntag. Selbst bei denen, die zwischendurch Gehpausen einlegen mussten, war das Lächeln im Gesicht nicht wegzukriegen. Die vielen Trainer an den jeweiligen Standorten begleiteten die Läufer und trugen so auch zum erfolgreichen Abschneiden bei. Das Gemeinschaftsgefühl, das für viele bei „Lauf geht’s!“ die entscheidende Triebfeder ist, war zu spüren. Dass das Projekt trotz der Corona-Pandemie – leicht verändert – stattfindet, „wissen viele zu schätzen“, sagt Uwe Mohn. Bei der Meilensteinkontrolle in Herford/Bünde sei das besondere „Wir-Gefühl“ hochgekommen. „Die Teilnehmer haben sich gemeinsam gefreut.“ Mit Stolz erzählt er, dass einige so motiviert gewesen seien, dass sie die ganzen zehn Kilometer gelaufen sind, obwohl sie vorher „nur“ fünf angestrebt hatten.

Alles geklappt

Und auch für Frauke Heise-Dippe, die eine vorherige Teilnahme an „Lauf geht’s!“ verletzungsbedingt abbrechen musste, haben sich die bisherigen Vorbereitungen gelohnt. Sie kam nach 1:10 Stunden ins Ziel. Wie viele andere auch, ließ sie es sich nicht nehmen, trotz der Anstrengung unter Applaus der anderen einen Schlussspurt hinzulegen. „Es hat alles gut geklappt. Schmerzen habe ich auch nicht, die kommen vielleicht morgen“, sagte sie nach ihrem Lauf.

Vorgeschmack

Der für den 6. September geplante Halbmarathon in Bochum wurde zwar abgesagt. Unvollendet soll „Lauf geht’s“ aber nicht bleiben. Überlegungen, wie man ein entsprechendes Event Ende Oktober oder Anfang November gestalten könnte, gebe es schon, sagte Projektleiter Stefan Gärtner. Der Halbmarathon, das große Ziel, er soll möglich gemacht werden: Das anfeuernde Klatschen auf den letzten hundert Metern, das die letzten Kraftreserven mobilisiert, das Gefühl von Erleichterung und Stolz trotz aller Anstrengungen – die Meilensteinkontrolle hat einen Vorgeschmack gegeben, worauf sich alle freuen können.

Geschrieben von Magnus Horn